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Geiles Theater
Die Magdeburger Bühnen haben 2025 mehrere große Preise abgeräumt, unter anderem als Deutschlands Theater des Jahres. Einer der Menschen hinter den Kulissen ist der Künstlerische Betriebsdirektor Sascha Krebs – zugleich leidenschaftlicher Bahnfahrer.
„Wir sind ein aufregendes Theater mit einem tollen Ensemble und neuen Regiehandschriften.“

Die Kritiker waren voll des Lobes: Starkes, junges Ensemble! Keine Scheu vor Experimenten! Formate, die Lust machen! Das Fazit des Magazins „Theater heute“ lautete schlicht: „Geiles Theater.“ Magdeburgs Vier-Sparten-Haus macht seit vorigem Jahr national und international Schlagzeilen und steht plötzlich selbst im Rampenlicht der Theaterlandschaft. Ein Erfolg, der viele Väter und Mütter hat. Einer von ihnen ist Sascha Krebs, Künstlerischer Betriebsdirektor des Theaters und dafür verantwortlich, dass am Opernhaus, bei den Musicals, im Schauspiel und beim Domplatzopen-Air alles rund läuft. Krebs sorgt unter anderem dafür, dass die richtigen Leute für die richtigen Stücke auf der Bühne stehen. Ein schillerndes Arbeitsleben – wenn auch hinter den Kulissen.
„Die Betriebsdirektion ist die Schaltzentrale des Theaters“, sagt Krebs. „Der Job ist mehr Handwerk als Kunst und mehr Organisation als graue Theorie – und genau das liegt mir.“ Für seine Mission reist Krebs kreuz und quer durch die Republik, besucht Vorsingen, Abschlusspräsentationen und Aufführungen, um junge Talente für neue Magdeburger Besetzungen zu entdecken. Die Reisen führen ihn nach Halle, Dessau, Leipzig, Dresden und immer wieder Berlin, nach Hamburg, München und selbst nach Wien und Kopenhagen. „Der Radius ist groß“, sagt der gebürtige Coburger. „Reisen ist Teil des Berufs.“ Und er macht all das mit der Bahn – mit den Regionalzügen in Sachsen-Anhalt ebenso wie mit den ICE- und Intercity-Zügen der Deutschen Bahn. Als Student der Theater- und Literaturwissenschaften in Berlin und als Hospitant an der Berliner Staatsoper habe er nie einen Anlass gesehen, den Führerschein zu machen und sich ein Auto zu kaufen, erzählt der 33-jährige Theatermann. Daran hat sich auch nichts geändert, seit er 2015 mit 22 Jahren für eine Regieassistenz nach Magdeburg umzog und blieb.„Ich kann keine Katastrophengeschichten von der Bahn erzählen“, sagt er. „Ich komme gut von A nach B, auch wenn der Zug mal eine Stunde verspätet ist.“
Theater des Jahres 2025

2025 wurde das Haus unter Generalintendant Julien Chavaz mit drei der bedeutendsten Theaterpreise ausgezeichnet: Die Fachzeitschrift „Theater heute“ kürte es in einer Kritikerumfrage zum Theater des Jahres. Für das innovative Musiktheaterprojekt „eXoplanet“ erhielt das Team den Perspektivpreis der Länder im Rahmen des Deutschen Theaterpreises „Der Faust“ 2025. Er wird vom Deutschen Bühnenverein, der Akademie der darstellenden Künste und der Kulturstiftung der Länder verliehen. Der Martin-Linzer-Preis der Zeitschrift „Theater der Zeit“ würdigte die innovative Leitungsstruktur und die künstlerische Exzellenz.
Viersparten-Theater Magdeburg

Das Viersparten-Theater Magdeburg verfügt über zwei Spielstätten mit Ensembles für Musiktheater, Ballett, Konzert und Schauspiel: Das Opernhaus am Universitätsplatz – 1907 erbaut, 1997 nach einem Brand neu eröffnet – beherbergt die Sparten Musiktheater, Ballett und Konzert. Die Schauspielsparte ist in einer modernisierten klassizistischen Villa in der Otto-von-Guericke-Straße am Friedensplatz zu Hause. Beide Spielstätten liegen nahe dem Hauptbahnhof und sind mit der Straßenbahnlinie 9 oder zu Fuß erreichbar. Im Sommer wird der Domplatz zur Open-Air-Bühne für bundesweit beachtete Musicals.
Theater im Scheinwerferlicht

Seit ein paar Monaten kann Krebs dabei beobachten, wie sein Vier-Sparten-Haus, das Musiktheater, Ballett, Konzert und Schauspiel in zwei historischen Gebäuden vereint, selbst im Scheinwerferlicht steht: Ende August wurde es zu Deutschlands Theater des Jahres gekürt. In der jährlichen Umfrage der Fachzeitschrift „Theater heute“ hatte sich die Mehrheit der Kritikerinnen und Kritiker für Magdeburg ausgesprochen. Im Oktober erhielt das Ensemble den Martin-Linzer-Preis für exzellentes Theater. Im November folgte in Stuttgart die Verleihung des Deutschen Theaterpreises „Der Faust“ für das Festival für neues Musiktheater eXoplanet #1.
„Die Auszeichnungen beflügeln das ganze Haus“, erzählt Krebs. „Als Leuchtturm der Theaterwelt wahrgenommen zu werden, ist für die Belegschaft ein großer Ansporn.“ Die Besucherzahlen seien bereits seit Längerem auf einem hohen Niveau, zusätzlich komme nun mehr überregionales Publikum zu den Inszenierungen in die Landeshauptstadt. „Zu unseren Tannhäuser-Aufführungen reist spürbar mehr Wagner-Publikum aus ganz Deutschland an“, erzählt Krebs. Hinzu kommen
gemeinsame internationale Opern-und Ballettproduktionen sowie Gastspiele der Ensembles etwa in Frankreich, der Schweiz und Italien. Krebs: „Wir sind national und international sichtbarer geworden.“
Aus Sicht des Betriebsdirektors begann der Aufstieg mit dem Intendanzwechsel 2022: Damals übernahm der Schweizer Regisseur Julien Chavaz als Generalintendant die Führung und installierte das Leitungstrio aus Clara Weyde, Bastian Lomsché und Clemens Leander am Schauspielhaus. „Im vergangenen Jahr begann dann der Höhenflug“, sagt Krebs. Die Gründe liegen für ihn auf der Hand: „Wir sind ein aufregendes Theater mit einem tollen Ensemble und neuen Regiehandschriften.“ Damit sei das Haus für die bundesweite Bühnenszene sehr attraktiv geworden. Ein Umstand, den der Betriebsdirektor auch an Bewerbungen aus ganz Deutschland spürt. Dass Weyde, Lomsché und Leander im Sommer 2027 nach Leipzig wechseln, werde diesem Erfolg keinen Abbruch tun. „Wir sind“, sagt Krebs selbstbewusst, „sehr gut aufgestellt.“

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