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Harzer Schmalspurbahnen: Solides Jahr 2025, höhere Umsätze und klarer Zukunftskurs trotz anspruchsvoller Rahmenbedingungen

Eine Dampflokomtive der Harzer Schmalspurbahnen fährt durch frühlingshafte Landschaft. Linke blüht ein Baum weiß.

Die Harzer Schmalspurbahnen GmbH (HSB) blickt trotz anspruchsvoller Rahmenbedingungen auf ein insgesamt positives Jahr 2025 zurück. Zwar ging die Fahrgastnachfrage leicht zurück, zugleich erzielte das Unternehmen jedoch mit rund 15,5 Millionen Euro den höchsten Jahresumsatz seiner Geschichte, was einem Zuwachs von über 6 Prozent entspricht.

Insgesamt nutzten 1,12 Millionen Fahrgäste die Züge der HSB, ein Rückgang von 1,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auf der Brockenbahn wurden 507.000 Reisende gezählt, was einem leichten Minus von 0,4 Prozent entspricht. Die geringere Nachfrage auf der am stärksten frequentierten Strecke ist vor allem auf äußere Einflüsse zurückzuführen: An 27 Tagen war aufgrund von Witterung und notwendigen Gleissanierungen gar kein Zugverkehr zum Brocken möglich, an weiteren 20 Tagen konnte das Angebot zumeist witterungsbedingt nur sehr eingeschränkt gefahren werden. Auf der Harzquerbahn waren 386.000 Fahrgäste unterwegs, ein Rückgang um 0,5 Prozent, auf der Selketalbahn fuhren 104.000 Gäste, was einem Rückgang von 3,7 Prozent entspricht.

Auch bei den Sonderzügen zeigte sich die eingeschränkte Verfügbarkeit des Fahrzeugparks. Hier wurden 21.000 Fahrgäste befördert, rund 22 Prozent weniger als im Vorjahr, da weniger Fahrten angeboten werden konnten. Stabil blieb hingegen das Interesse an der beliebten Veranstaltungsreihe „Faust auf dem Brocken – Rocktheater nach Goethe“: Rund 3.700 Gäste besuchten wie im Vorjahr die 18 Aufführungen des Spektakels.

Die neue Dampflokwerkstatt in Wernigerode bleibt ein wichtiger Baustein im Erlebniskonzept der HSB. Zwar sank die Zahl der Besucherinnen und Besucher um rund 12 Prozent auf 13.500, gleichzeitig stieg jedoch das Interesse an den fachlich betreuten Führungen durch den nicht-öffentlichen Werkstattbereich deutlich an. So wurden 25 Prozent mehr Führungen mit insgesamt 8 Prozent mehr Gästen durchgeführt, was zeigt, dass die HSB zunehmend als authentischer Lern- und Erlebnisort wahrgenommen wird.

Wirtschaftlich konnte sich das Unternehmen trotz in allen Bereichen weiter gestiegener Kosten positiv entwickeln. Die Umsatzerlöse stiegen im vergangenen Jahr – auch infolge von zwei notwendigen Fahrpreisanpassungen – auf rund 15,5 Millionen Euro. 

Genutzt wurde in den Zügen der HSB auch wieder das Deutschlandticket, das auf allen Strecken mit Ausnahme der Brockenbahn gilt. Im Jahr 2025 waren rund 223.000 Fahrgäste mit dem Ticket auf dem Schmalspurnetz unterwegs, überwiegend an den Wochenenden. Für etwa 1.200 Abonnentinnen und Abonnenten der HSB wurden über die INSA-App des Landes Sachsen-Anhalt insgesamt etwa 24.000 Deutschlandtickets ausgegeben.

Mit Blick nach vorn konzentriert sich die HSB im laufenden Jahr auf die Ausgestaltung und Präzisierung ihres Zukunftskonzepts, das aus dem im September vorgestellten Konsolidierungs- und Entwicklungskonzept hervorgegangen ist. Ein erstes zentrales Projekt ist dabei die Planung einer neuen Triebwagengeneration, bei der zunächst die künftige Antriebsart ermittelt wird. Ziel ist es, das Fahrtenangebot behutsam zu modernisieren und gleichzeitig wirtschaftliche und ökologische Anforderungen zu erfüllen.

Gleichzeitig bleibt der Erhalt des Gesamtnetzes sowie der Fortbestand des täglichen und touristisch wichtigen Dampfbetriebs klares Kernziel des Unternehmens. Die finanzielle Basis dafür ist verlässlich abgesichert: Das Land Sachsen-Anhalt setzt den Verkehrsvertrag in den Jahren 2026 und 2027 mit erhöhten Mitteln fort, auch der Verkehrsvertrag mit dem Freistaat Thüringen wird nahtlos weitergeführt. Zusammen mit der Finanzierung der neun kommunalen Gesellschafter bilden diese Vereinbarungen die Grundlage für den täglichen Verkehr auf dem europaweit größten, im Personenverkehr betriebenen zusammenhängenden Schmalspurnetz mit täglichem Dampflokverkehr und für die vielfältigen touristischen Aktivitäten der HSB im Harz. Mit dieser Unterstützung und einem klaren Zukunftskurs bleibt die HSB ein verlässlicher Mobilitätspartner, ein starker touristischer Motor für die Region und eines der letzten großen Dampfabenteuer Europas.